Und wie geht es dir, Xenia (Griechenland)? Der Deutschlandfragebogen

Wie oft habe ich schon von Frau Otto gehört, ohne sie bisher persönlich kennen gelernt zu haben. Umso mehr freue ich mich, dass sie sich Zeit genommen hat meinen Deutschlandfragebogen zu beantworten und mein Projekt zu starten. Danke dafür!

Name: Xenia Otto
Alter: 64
Herkunft: Griechenland/Kreta
In Deutschland seit: 1970
Familie: verwitwet, 2 Kinder, 2 Enkelkinder
Wohnort: Neumarkt i.d.OPf.

Wie war dein Start in Deutschland?
Es war katastrophal. Es war kalt, nie schien die Sonne, und ich habe überhaupt nichts verstanden. Ich war zu Besuch bei meinem Bruder, der in Neumarkt eine Gaststätte hatte. Auf sein Anraten hin blieb ich hier und arbeitete auch bei ihm.

Seit wann fühlst du dich in Deutschland richtig zu Hause? Was (oder wer) hat dir dabei geholfen?
Nach ca. drei Jahren ging es mir besser. Damals lernte ich meinen zukünftigen Ehemann kennen.

Was fehlt dir?
Heute geht es mir gut in Deutschland. Aber mir fehlen nach wie vor die Sonne und die warmherzigen Griechen.

griechenland

Wann wusstest du, dass du für immer in Deutschland bleiben möchtest? Was hat dich zu dieser Entscheidung bewegt?
Nach der Geburt meiner Kinder wusste ich, dass ich in Deutschland bleiben würde.

Du bist schon sehr lange hier. Wie hat sich dein Verhältnis zu den Deutschen verändert – und zu den Menschen in Griechenland?
Ich fühle mich in der Zwischenzeit sehr wohl hier, fahre aber auch immer wieder gern nach Griechenland.

Was ist für dich „typisch deutsch“?
Die Ordnung und die Pünktlichkeit! Ich fühle mich in der Zwischenzeit selbst „sehr deutsch“.

Wann musst du über die Deutschen lachen?
Auf dem Volksfest*! Ich lache, weil es mir dort gefällt.

Und was empfindest du als besonders anstrengend?
Als ich 1970 nach Deutschland gekommen bin, war vieles sehr anstrengend, da ich damals die Sprache nicht beherrschte. Der Umgang mit den Menschen fiel mir sehr schwer, da die Deutschen nicht so spontan und herzlich sind wie die Griechen.

griechisches-dorf

Was hast du durch den Wechsel nach Deutschland über dich und die Welt gelernt?
Ich weiß jetzt, dass ich dazu fähig bin, eine andere Sprache zu lernen, zu lesen und auch zu schreiben, und das alles ohne Unterricht. Ich bin kontaktfreudiger geworden. Über die Welt hab ich gelernt, dass es „andere Länder und andere Sitten“ gibt, dass ich mich aber gut darauf einstellen kann – ich bin also auch flexibler geworden.

Was macht dich glücklich?
Dass ich hier mit meiner Familie, meiner Verwandtschaft und meinen Freunden glücklich sein kann.

xenia-und-mann

Ein paar Worte über die Deutschen
Zurückhaltend, pedantisch, aber trotzdem lieb.

Ein paar Worte über deine Landsleute
Spontan, herzlich, offen, aber unpünktlich.

Ein paar Lieblinge: Buch, Film, Musik
Ich lese gerne Zeitschriften, höre Schlager der 70iger Jahre, schaue gerne griechische Filme und „Wer wird Millionär“.

Liebe Xenia, vielen herzlichen Dank! Und ich hoffe, wir treffen uns bald einmal persönlich!

kirche

*Volksfest: Das größte Volksfest in Deutschland ist das Oktoberfest. Beinahe jede deutsche Stadt feiert mindestens einmal pro Jahr ein Volksfest, das ungefähr zwei Wochen lang dauert. Es werden Buden und Zelte aufgestellt. In den Zelten sitzen die Leute gemütlich, essen und trinken etwas (oft Bier), und meist gibt es dazu Live-Musik. Daneben sind Fahrgeschäfte wie Karussell und Achterbahn aufgebaut.
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5 Gedanken zu “Und wie geht es dir, Xenia (Griechenland)? Der Deutschlandfragebogen

  1. Liebe Susanne!Der Reporter war für mich sehr interessant!ich habe fast alles verstanden!Frau Otto ist glücklich.Ich gratuliere ihr und ich wünsche weitere viel Erfolg!
    Ich lerne auch die deutsche Sprache.Das macht für mich viel Spaß!
    Viele Grüße aus Ungarn:
    Zike

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      1. Liebe Susanne!Das ist eine gute Idee und sehr nett von DIR!Aber kann ich leider nicht so gut sprechen und schreiben.Seit 2-3 Jahre lerne ich auf Deutsch ganz allein.Ich möchte meine Sprachkenntnisse weiterentwickeln.In der Schule habe ich Russisch und Latein gelernt.Im Momentan bin ich schon Rentnerin deshalb habe ich mehr Zeit.Ein ungarische Sprichwort:“Ein guter Priester lernt bis zum Tod!“ Oder auf Lateinich:“Tam diu discendum est, quamdiu vivas.“/Seneca/ So denke ich auch.
        Liebe Grüße aus Ungarn:
        Zike

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